Im Flugzeug nach Haikou hatten
wir dann das nächste „Erlebnis“. Generell fällt auf, dass Kinder in China
eigentlich alles dürfen und von vorne bis hinten verwöhnt werden. Ich weiß
nicht, ob ich schon mal die Schlitzhosen erwähnt habe. Falls nicht: Die meisten
Kinder tragen hier keine Windeln, sonder Hosen in denen Schlitze sind, damit
auf der Stelle das Geschäft erledigt werden kann. So nun auch im Flugzeug. Wir
saßen ungelogen 2 Meter von der Toilette entfernt, aber Oma lässt ihr kleines
Enkelchen einfach mal in eine Flasche pinkeln…
Angekommen in Haikou mussten
wir zunächst wieder mal den Shuttlebus finden und danach noch den öffentlichen
Bus und zu guter Letzt das ziemlich versteckte Hostel. Zum ersten Mal auf
dieser Reise keine persönliche Empfehlung, aber hochgelobt von unserem
Reiseführer (Lonely Planet). Diese Begeisterung konnten wir dann aber nicht
wirklich teilen, u.a. gab es nur eine chinesische Toilette. Dazu schnell ein
kurzer Exkurs: Toiletten in China gibt es in verschiedenen Ausführungen, die
wir alle schon miterleben durften. Ganz „alt“ sind die Rinnen, bedeutet einfach
nur eine Rinne im Boden, wenn man Glück hat noch in „Kabinen“ unterteilt und
manchmal sogar noch eine Tür davor. Die nächste Stufe sind dann die
Hocktoiletten, quasi also Löcher im Boden und meistens in einer Kabine mit Tür,
die man zumindest in Peking am häufigsten vorfindet (in der Uni, Bars,
Diskotheken usw.). In unserem Wohnheim oder auch manchmal an Touristenorten,
oder normaler Weise auch in den international Hostels gibt es aber auch
westliche Toiletten. Nun aber zurück zu Haikou: Da es im Hostel leider nichts
mehr gab (wir hatten uns schon so auf dem im Lonley Planet hochgelobte Pizza
gefreut, welche es wie wir dann erfuhren aber nur von Mi-So von 18-21Uhr gibt), gingen
wir noch etwas Streetfood essen und dann schlafen.
Am 23. morgens machten wir uns
früh mit dem Bus auf den Weg zum Vulcanic Geo Park. Der war an sich auch ganz
nett, mit Beschreibungen wie das alles so funktioniert (Zitat
Verena:"Erdkunde 8. Klasse"), Aussichtsplattformen und einem Krater.
Die Vulkane haben wir jedoch jetzt nicht so wirklich gesehen... Dafür gab es
wieder diverse Fotoshootings und nette Konversationen mit Chinesen. Ein älteres
Ehepaar wollte sich sogar zu uns einladen, da ihr Sohn auch am BIT
studiert. Zurück in der Stadt suchten wir vergeblich ein im Reiseführer
beschriebenes Restaurant und aßen dann vom Hunger getrieben ganz local quasi in
einer Garage gebratenen Reis mit Gemüse und Fleisch vom "Büffet". Die
Idee so viel scharfe Paste (bei uns "la de" genannt) auf den Reis zu
tun wie in Peking war jedoch nicht so die beste. Denn da steckt hier im Süden
noch mal eine ganz andere Schärfe dahinter ;)
Am Nachmittag erkundeten wir
mit dem Bus und zu Fuß noch etwas die Stadt, stets bemüht nicht von den
zahlreichen Motorrollern, die auch sehr gerne den Fußweg benutzen, überrollt zu
werden. Wir schauten uns u.a. den Bell Tower und eine "historische
Straße" an. Diese passte mit ihren orientalisch anmutenden Gebäuden nun
irgendwie nicht wirklich in die laute, hektische, chinesische Großstadt.
Anschließend fuhren wir noch mit dem Bus zum Holiday Beach. Dort war es leider
ziemlich windig und diesig, aber wir gönnten uns trotzdem ein Eis und machten
ein paar Fotos. Nach kurzem essen in der Foodstreet schliefen wir im Hostel mal
wieder beim Film gucken ein.
Am nächsten Morgen schauten
wir uns noch das Hainan Museum an und fuhren mittags weiter zum Bahnhof. Hört
sich immer so wenig an, aber in Haikou war es quasi so wie in Beijing. Man
will kurz irgendwo hin, was auch vllt auf der Karte nicht so weit aussieht,
aber man ist trotzdem erst mal eine Stunde unterwegs. Dazu kommt, dass die Busse
keine festen Zeiten haben, sondern man wartet halt an der Haltestelle bis mal
einer kommt. Zudem gibt es unzählige Linien und die Fahrpläne sind natürlich
auf Chinesisch. Das Verena etwas Zeichen lesen kann war da also schon von
Vorteil. Was auf den "Touristenplänen" des Hostels oder im
Reiseführer steht, stimmt auch nicht immer, oder ist oft auch nur eine sehr
grobe Beschreibung. Aber in der Regel versuchen die Chinesen weiter zu helfen
wenn man freundlich fragt. Oft wissen sie es aber selbst nicht, was aber auch
nicht gerne zugeben wird. In Guilin und Yangshuo konnten aber sogar einige
Englisch sprechen. Damit kam man auf Hainan aber gar nicht weit. In Sanya gibt
es dafür russische Speisekarten und man wird des Öfteren auf Russisch
angesprochen.
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