Sonntag, 8. Dezember 2013

Besuch aus Deutschland

Für eine Woche besuchte mich meine älteste Schwester Chris. Bis auf einen Tag den ich komplett wegen einer Präsentation/einem Paper in meinem Zimmer verbrachte, zog ich mit ihr das volle Sightseeing-Programm durch: Am ersten Tag fuhren wir zum Tiananmen und der Wangfujing. Den zweiten verbrachten wir in der Verbotenen Stadt, auf dem Kohlehügel und im Beihai Park. Den dritten Tag fuhr Chris zum Sommerpalast und umrundete den Kungming See. Am vierten Tag spazierten wir mit Verena an den Hintere Seen und durch die Hutongs. Abends lernte meine Schwester bei einem Kinobesuch dann auch mal Pingyong kennen. Als wir uns am fünften Tag den Lama und Konfuzius Tempel anschauten, war auf einmal ein Großaufgebot an Polizei, Militär und Security im Einsatz. Hier kommt wohl ein VIP dachten wir uns.  Auf dem Weg zur U-Bahn passierte uns dann ein Autoconvey mit amerikanischen Flaggen. Später fanden wir heraus, dass der US-Vize Biden zu Besuch war. Abends gingen wir dann noch in gemütlicher Runde Peking-Ente essen. Am sechsten Tag fuhren Chris und ich mit dem Zug zur Great Wall in Badaling und aßen zurück in Beijing in einem kleinen Restaurant in der Ghost Street.


Durch die Bank hatten wir die sechs Tage echt tolles Wetter, d.h. kaum Smog, blauer Himmel und Sonne. Am siebten Tag, den wir eher gemütlicher angingen, erlebte Chris dann jedoch noch mal das versmokte Beijing. Insgesamt hat es meiner Schwester hier gut gefallen. Ihre Abneigung gegenüber manchen Sachen wie z.B. dem Rumrotzen und Drängeln der Chinesen kann ich aber durchaus nachvollziehen. Wir haben außerdem kulinarisch einiges ausprobiert bzw. habe ich Chris natürlich unsere Lieblings-Lokalitäten auf und um den Campus gezeigt. Am leckersten fand sie Jaozi und Erdnuss-Nudeln. Heute Morgen habe ich Chris dann mit der U-Bahn zum Flughafen-Train gebracht und nun steht eine Woche mit sehr viel Uni-Zeug vor der Tür (Präsentation, 2 Paper, Klausurvorbereitungen). Und dann bleibt ja auch nicht mehr allzu viel Zeit bis mein Flug zurück nach Deutschland geht. Davor ist eventuell noch ein kurzer Hongkong-Trip mit Verena geplant. Die Vorfreude auf Deutschland steigt zwar immer mehr, auf der anderen Seite bin ich aber auch ein wenig traurig, dass diese aufregende Zeit hier bald zu Ende geht…







Shanghai

Ein paar Tage krank im Bett, ein bisschen Uni und schon stand der nächste Kurztrip vor der Tür. Nora, Julian, Stephan und ich flogen für 4 Tage nach Shanghai um unsere ASBE-Kollegen aus Paderborn zu besuchen. Insgesamt machten wir eine bunte Mischung aus Sightseeing und gemütlichen Beisammen sein. U.a. bummelten wir durch das französische  Viertel, schauten uns den Heiratsmarkt an, genossen bei einem Cocktail in der Vue Bar im 28 Stock und im Le Meridien im 65 Stock den Blick auf die Skyline. Wir machten ein Fotoshooting am Bund und fuhren außerdem 1,5 Stunden mit dem Bus in ein kleines, idyllisches Dörfchen namens Zhujiajiao. Dort bummelten wir durch die Gässchen und shoppten etwas Souvenirs.

Wie schon erwartet viel uns auf, dass es in Shanghai viel westlicher als in Beijing zugeht. Man braucht quasi kein Chinesisch und so viele Deutsche habe ich seit dem Botschaftsabend schon nicht mehr gesehen.  Und obwohl es ja in Shanghai eigentlich wärmer ist als in Beijing, haben wir zumindest die ersten Tage etwas gefroren. Zitat Nora:" Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mir ausgerechnet in Shanghai Mütze und Handschuhe kaufe."  In der WG der Paderborner gab es (ganz Shanghai-typisch) auch keine richtige Heizung, sondern lediglich Lüfter. 

Am letzten Tag machten wir dann noch alle zusammen eine Tour u.a. durch das jüdische Viertel und schauten uns ein Tiermarkt an, wo Chinesen eifrig Grillen für die Grillenkämpfe auswählten.  Nach einem gemeinsamen Essen in der Shanghai Brewery machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Beijing. Wir kamen Samstagnacht "zu Hause" an und am Sonntagmorgen landete dann auch schon mein Besuch aus Deutschland, meine älteste Schwester Chris.







Donnerstag, 21. November 2013

Qingdao

Mit dem Zug fuhren wir fünfeinhalb Stunden in die einstig deutsche Kolonie und Stadt des bekannten Bieres. Den Rest des ersten Tages verbrachten wir mit gemütlichen Bummeln durch die Stadt und an der Strandpromenade. Am nächsten Tag machten wir dann etwas Sightseeing, z.B. schauten wir uns die evangelische Kirche Qingdaos an. Zum Mittag suchten wir uns ganz local quasi das Essen aus dem Aquarium aus, aber es gab auch "normale" Gerichte. Außerdem besichtigten wir die Brauerei des bei uns sehr beliebten Tsingtao Biers. Das Bier Museum war sehr schön hergerichtet und hatte außerdem einiges an Entertainment zu bieten. Nach den 2 Gratisbieren und Souvenierkauf machten wir uns dann aber auf den Weg zurück ins Hostel um dort in der gemütlichen Lounge den Abend ausklingen zu lassen. 

Denn am nächsten Morgen ging es früh los mit dem Bus zum Laoshan, einem heiligen Berg. Da aber leider gar kein Cabel Car fuhr entschieden Frauke und ich den anstrengenden Aufstieg den Jungs allein zu überlassen. Schließlich waren wir "damals"  am Hua Shan ja schon an unsere Grenzen gestoßen und ein heiliger Berg reicht dann ja auch ;). Also verbrachten wir den Tag entspannt mit Kaffee trinken und bummeln am Strand. Wir genossen das Meeresrauschen und die frische nicht versmokte Luft. Wieder mal wurden wir von Chinesen angesprochen wo wir den herkommen, was wir in Qingdao machen etc.  Nach einer Weile hatte sich eine ganze Traube um uns versammelt und sogar die Ketten-Verkaufs-Frau mischte sich fröhlich ins Gespräch ein. Als uns das zu viel wurde und wir zudem an die Grenzen unseres Chinesisch stießen, verabschiedeten wir uns freundlich und machten noch ein "Fotoshooting" im Sonnenuntergang. 

Am nächsten morgen kehrten wir dann aber nochmal zum Strand zurück um es den Chinesen gleich zu machen und trotz niedriger Temperaturen im Meer zu baden. Zu unserm Erstaunen war zwar das Wasser ganz schön kalt, aber hinterher froren wir nicht wirklich. Wir chillten also noch etwas am Strand und fuhren anschließend mit dem Taxi (Startpreis dort nur 8 Yuan) zur Foodstreet. Dort gibt es quasi alles. Obst, Gemüse, Gewürze, Backwaren. Fische werden frisch ausgenommen und Hühner mal eben geschlachtet.  Nach einem Döner der ausnahmsweise tatsächlich fast wie in Deutschland schmeckte traten wir dann entspannt die Heimreise an. Noch ein paar Tage Uni und dann folgt der nächste Kurztrip nach  Shanghai :-)







Dienstag, 12. November 2013

Herbsttage

Hier eine kurze Zusammenfassung der letzten 2 Wochen. Neben Uni und Sprachkursen ließen wir es eher gemütlich angehen. An einem schönen Novembertag mit guter Air-Quality fuhren Julian, Frauke und ich zum Olympic Forest Park, wo wir die frische Luft und die schöne Herbstlandschaft genossen. Außerdem nutzen wir einen weiteren klaren Tag, um auf den Duftberg (Xiangshan) zu „klettern“, die Tempel anzuschauen und einen tollen Blick auf ganz Beijing zu haben. Zudem testete ich die chinesischen Massagekünste. Eine Stunde Ganzkörpermassage für umgerechnet 11 Euro kann man sich ja auch mal gönnen. Nun zu einem meinem Lieblingsthema Essen ;) Wir gingen wieder mal Peking-Ente essen in einem dafür bekannten Restaurant, wo einem zuvor ein Zertifikat der Ente und ihre Lebensgeschichte erzählt wird. Zudem gönnten wir uns ein richtig deutsches Mahl. Auf der Lucky-Street in Sanlitun gibt es nämlich eine echte deutsche Bäckerei mit Restaurant. Sogar die Fassade und die Einrichtung ist im dt. Stil gehalten. Und schon beim Eintreten freute ich mich über heimische Gerüche. Dort gibt es alles was das deutsche Herz begehrt. Echtes Brot, Kuchen, Sauerkraut, Braten, Schnitzel, Bier und so weiter. Pingyong war von der Beilage (Brot mit Butter) jedoch deutlich mehr begeistert als von Knödel, Braten und Rotkohl und konnte einfach nicht glauben, dass ich meine Riesenportion und danach noch ein Stück Kuchen schaffte. Wir haben uns fest vorgenommen mal wieder den weiten Weg dafür auf uns zu nehmen. In den Restaurants oder Ständen am Southgate der Uni testen wir neben der chinesischen nun auch immer öfter die koreanische und japanische Küche. 

Als Lieblingspub wurde das Helens mittlerweile längst vom Pizza A Pub abgelöst, u.a. weil es dort immer einen Platz für uns, einen Kicker und oft Pommes, Popcorn und Bier umsonst gibt. Freundliche Begrüßung inklusive. Gutes Customer Relationship Management halt ;) Dort feierten wir kürzlich auch den Geburtstag eines Deutschen. Als Geschenk besorgten wir ein Shirt der Uni und verzierten dieses mit unseren Unterschriften und diversen Malereien. Heute war ich mit Cindy (meiner Tandempartnerin) im Zoo, aber ich bin zugegeben eher weniger begeistert von dem Verhalten der Chinesen den Tieren gegenüber und der Tierhaltung insgesamt. Morgen früh machen wir (die Paderborner plus Wolfgang) uns auf den Weg nach Qingdao, kommen aber Samstagnacht, also pünktlich zu den Uni-Kursen am Sonntag wieder. Zudem haben wir endlich Shanghai gebucht. In der letzten Novemberwoche besuchen wir 4 Tage unsere ASBE-Kollegen aus Paderborn. Als nächstes kommt dann also ein Bericht über Qingdao. 




 




Halloween im Schloss

Halloween feierten wir standesgemäß auf der größten Kostümparty in einem Schloss. Dafür mussten wir erst mal 2 Stunden mit dem Bus fahren, aber das war es definitiv wert. Da wir gleich den ersten Shuttlebus genommen haben, konnten wir noch in Ruhe das fast leere Schloss inklusive VIP-Bereich und Dachterrasse besichtigen, bevor es sich allmählich mit bunt kostümierten Menschen füllte. Außerhalb war zudem noch eine riesige Bühne. Was wir jedoch nur aus Erzählungen hörten bzw. aus dem Fenster beobachteten lief die Party draußen gewaltig aus dem Ruder. Es kamen wohl insgesamt 6000 Menschen, von denen jedoch nur wenige in das Schloss gelassen wurden. Der Veranstalter wurde um Mitternacht verhaftet und die zahlreich vertretene Polizei bildete eine riesige Barrikade, um die frierende und ungeduldige Meute im Zaum zu halten. Zudem waren wohl zu wenig Shuttlebusse im Einsatz, sodass einige gar nicht erst zu Party hin –bzw. zurückgelangten. Davon haben wir persönlich jedoch nichts mitbekommen. Vielleicht auch weil wir nüchtern den anderen strategisch etwas voraus waren ;) An der Uni angekommen ging es dann erst mal noch in die Mensa zum Frühstück, wo wir berechtigter Weise in unserem Aufzug etwas komisch beäugt wurden. Wobei ich ja etwas langweilig und unmotiviert nur eine Maske auf hatte, weil wir einen Tag zuvor schon alle schön kostümiert in einem Club in Sanlitun waren. Und das reicht mir dann auch erstmal mindestens wieder bis Karneval ;)