Sonntag, 29. Dezember 2013

Haikou

Im Flugzeug nach Haikou hatten wir dann das nächste „Erlebnis“. Generell fällt auf, dass Kinder in China eigentlich alles dürfen und von vorne bis hinten verwöhnt werden. Ich weiß nicht, ob ich schon mal die Schlitzhosen erwähnt habe. Falls nicht: Die meisten Kinder tragen hier keine Windeln, sonder Hosen in denen Schlitze sind, damit auf der Stelle das Geschäft erledigt werden kann. So nun auch im Flugzeug. Wir saßen ungelogen 2 Meter von der Toilette entfernt, aber Oma lässt ihr kleines Enkelchen einfach mal in eine Flasche pinkeln…

Angekommen in Haikou mussten wir zunächst wieder mal den Shuttlebus finden und danach noch den öffentlichen Bus und zu guter Letzt das ziemlich versteckte Hostel. Zum ersten Mal auf dieser Reise keine persönliche Empfehlung, aber hochgelobt von unserem Reiseführer (Lonely Planet). Diese Begeisterung konnten wir dann aber nicht wirklich teilen, u.a. gab es nur eine chinesische Toilette. Dazu schnell ein kurzer Exkurs: Toiletten in China gibt es in verschiedenen Ausführungen, die wir alle schon miterleben durften. Ganz „alt“ sind die Rinnen, bedeutet einfach nur eine Rinne im Boden, wenn man Glück hat noch in „Kabinen“ unterteilt und manchmal sogar noch eine Tür davor. Die nächste Stufe sind dann die Hocktoiletten, quasi also Löcher im Boden und meistens in einer Kabine mit Tür, die man zumindest in Peking am häufigsten vorfindet (in der Uni, Bars, Diskotheken usw.). In unserem Wohnheim oder auch manchmal an Touristenorten, oder normaler Weise auch in den international Hostels gibt es aber auch westliche Toiletten. Nun aber zurück zu Haikou: Da es im Hostel leider nichts mehr gab (wir hatten uns schon so auf dem im Lonley Planet hochgelobte Pizza gefreut, welche es wie wir dann erfuhren aber nur von Mi-So von 18-21Uhr gibt), gingen wir noch etwas Streetfood essen und dann schlafen.

Am 23. morgens machten wir uns früh mit dem Bus auf den Weg zum Vulcanic Geo Park. Der war an sich auch ganz nett, mit Beschreibungen wie das alles so funktioniert (Zitat Verena:"Erdkunde 8. Klasse"), Aussichtsplattformen und einem Krater. Die Vulkane haben wir jedoch jetzt nicht so wirklich gesehen... Dafür gab es wieder diverse Fotoshootings und nette Konversationen mit Chinesen. Ein älteres Ehepaar wollte sich sogar zu uns einladen, da ihr Sohn auch am BIT studiert. Zurück in der Stadt suchten wir vergeblich ein im Reiseführer beschriebenes Restaurant und aßen dann vom Hunger getrieben ganz local quasi in einer Garage gebratenen Reis mit Gemüse und Fleisch vom "Büffet". Die Idee so viel scharfe Paste (bei uns "la de" genannt) auf den Reis zu tun wie in Peking war jedoch nicht so die beste. Denn da steckt hier im Süden noch mal eine ganz andere Schärfe dahinter ;)

Am Nachmittag erkundeten wir mit dem Bus und zu Fuß noch etwas die Stadt, stets bemüht nicht von den zahlreichen Motorrollern, die auch sehr gerne den Fußweg benutzen, überrollt zu werden. Wir schauten uns u.a. den Bell Tower und eine "historische Straße" an. Diese passte mit ihren orientalisch anmutenden Gebäuden nun irgendwie nicht wirklich in die laute, hektische, chinesische Großstadt. Anschließend fuhren wir noch mit dem Bus zum Holiday Beach. Dort war es leider ziemlich windig und diesig, aber wir gönnten uns trotzdem ein Eis und machten ein paar Fotos. Nach kurzem essen in der Foodstreet schliefen wir im Hostel mal wieder beim Film gucken ein. 

Am nächsten Morgen schauten wir uns noch das Hainan Museum an und fuhren mittags weiter zum Bahnhof. Hört sich immer so wenig an, aber in Haikou war es quasi so wie in Beijing. Man will kurz irgendwo hin, was auch vllt auf der Karte nicht so weit aussieht, aber man ist trotzdem erst mal eine Stunde unterwegs. Dazu kommt, dass die Busse keine festen Zeiten haben, sondern man wartet halt an der Haltestelle bis mal einer kommt. Zudem gibt es unzählige Linien und die Fahrpläne sind natürlich auf Chinesisch. Das Verena etwas Zeichen lesen kann war da also schon von Vorteil. Was auf den "Touristenplänen" des Hostels oder im Reiseführer steht, stimmt auch nicht immer, oder ist oft auch nur eine sehr grobe Beschreibung. Aber in der Regel versuchen die Chinesen weiter zu helfen wenn man freundlich fragt. Oft wissen sie es aber selbst nicht, was aber auch nicht gerne zugeben wird. In Guilin und Yangshuo konnten aber sogar einige Englisch sprechen. Damit kam man auf Hainan aber gar nicht weit. In Sanya gibt es dafür russische Speisekarten und man wird des Öfteren auf Russisch angesprochen. 

 




Mittwoch, 25. Dezember 2013

Guilin und Yangshuo

Am 19.12 mittags flogen Verena und ich los in den Süden nach Guilin. Dort angekommen ging es zunächst mit dem Shuttlebus und dann mit dem Taxi zu unserem Hostel, das uns von einer Kommilitonin empfohlen wurde. Nach dem Einchecken etc. gingen wir noch gemütlich essen und schlenderten etwas über den Nightmarket. Für die darauffolgenden 2 Tage hatten wir dann ausnahmsweise mal richtige Touri-Touren vom Hostel aus gebucht. Den einen Tag ging es zunächst zu einem Dorf, in dem die Frauen Haare bis zu 2 Meter lang haben. Dort schauten wir uns eine Show an,  in der die Frauen beispielsweise zeigten, wie man diese Haare traditionell bindet. Allerdings waren wir schon etwas verdutzt, als und die Frauen  beim Verlassen des „Showrooms“ kräftig in den Hintern zwickten.


Nach einem lokalen Mittagessen ging es dann weiter zum eigentlichen Ziel, den Reisterassen. Als wir auf einer der Aussichtsplattformen die Sonne genossen und Fotos machten, hatten wir wieder ein typisches Chinesen-Erlebnis. Als ich grade Verena fotografierte, fragte wie so oft ein Chinese, ob er ein Foto mit ihr machen könne. Als dieses im Kasten war, folgte nun aber einer nach dem anderen der ein Bild mit der blonden „Mei nü“ wollte. Geduldig ließ Verena das Fotoshooting über sich ergehen und ich dachte kurz darüber nach mit einem Hut rumzugehen ;). Ganz oben angekommen verloren eine Australierin (die wir in den nächsten Tagen noch öfter treffen würden) und wir dann einfach mal unsere Führerin samt Gruppe. Zum Glück entschieden wir uns für den richtigen Weg abwärts, gingen durch ein Dörfchen und fanden sie schließlich  auf dem Parkplatz wieder. Abends liefen wir noch etwas in Guilin selbst umher und schauten uns die Sonnen -und Mondpagode an. Im Dunkeln mit den Lichtern und dem Wasser sah das wirklich toll aus und wir waren zudem die einzigen Besucher. Anschließend setzten wir uns zur weiteren Reiseplanung in eins der zahlreichen Cafés.





Am nächsten Morgen fuhren wir zunächst mit dem Bus zum Li-River und dort mit kleinen Booten weiter bis Yangshuo. Wir genossen den Blick auf die Berge, froren jedoch ziemlich. Nach einer erneuten Busfahrt waren wir froh am Hostel in Yangshuo angekommen zu sein. Nach einer Stunde ging es aber schon weiter mit dem Touri-Programm. Mit dem Bus fuhren wir zu einem Dörfchen (Dragon Village). Dort schauten wir uns die 600 Jahre alte Dragon Bridge an und wurden dieses Mal mit echten Bambusbooten über den Fluss gefahren. An einem kleine „Wasserfall“ wurden ordentlich Fotos geschossen. Nachdem wir unseres jedoch nicht kauften, mochte uns der Bootsfahrer wohl nicht mehr so gern und fuhr relativ unsanft. Zumindest bildeten wir uns ein, im Gegensatz zu den Anderen deutlich nasser geworden zu sein. Noch schnell einen Büffel gefüttert und ab ging’s wieder in den Bus. Zurück in Yangshuo bummelten wir etwas durch die Gassen und probierten in einem kleinen Restaurant die lokale Spezialität, den Bierfisch (Piju Yu). Im Hostel schauten wir in der Lounge noch einen Film mit, schliefen erschöpft vom Tag jedoch beide dabei ein.




Den nächsten Tag begannen wir entspannt mit einem leckeren Frühstück im Minority Cafe, das Frauke uns wärmstens empfohlen hatte. Die Spezialität dort ist Bananen Brot und es gab sogar eine Art Vollkornbrötchen. Hen haochi/sehr lecker! Gut gestärkt machten wir dann eine Fototour durch Yangshuo. Wir gingen durch einen Park in dem Chinesen tanzten, ich posierte mit Vögeln auf dem Fluss usw. Als ich ein großes Schild mit einer Katze darauf entdeckte, fragte ich Verena etwas naiv, ob das ein Tierheim oder so sei. Jedoch erkannte sie eindeutig die Zeichen für Restaurant. China halt… Danach ging es wieder zum Hostel Gepäck holen und mit dem Bus zurück nach Guilin zum Flughafen mit dem Ziel Haikou auf Hainan.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten!!!

Prüfungsphase und Abschied

Nachdem meine Schwester zurück nach Deutschland geflogen war, kam dann der Prüfungsstress. Wir haben in dieser Woche zwar nur eine Klausur geschrieben, aber außerdem mussten noch zwei Paper abgegeben werden und ich hatte noch eine Präsentation. Also verbrachte ich die meiste Zeit am Schreibtisch. Jedoch wurde uns auch so langsam bewusst, dass es dem Ende entgegen. Einige sind schon vor Weihnachten nach Hause geflogen, andere Ende Dezember und die die länger bleiben reisen größtenteils im Januar. Daher gibt es nur noch wenige Gelegenheiten sich in Peking zu sehen, bzw. es war die letzte Gelegenheit „mit allen“ noch mal was gemeinsam zu machen. Am Abend nach der letzten Klausur trafen wir uns deshalb zum gemütlichen Glühweinabend und gingen außerdem noch ein letztes Mal alle gemeinsam essen. In der letzten Vorlesung unseres Leadership-Kurses wurde zudem der Raum schön kitschig weihnachtlich geschmückt, Essen und Getränke bestellt und am Anschluss noch eine Spielrunde eingeläutet. Gesponsert wurde der Spaß von unserem teacher James Liu, dem ehemaligen CEO von Novatis, der uns stets das Motto „work hard, play hard“ prädigte ;).  Zum Abschluss wurde selbstverständlich auch noch eine kleine Fotosession gemacht.



Nach Abgabe des letzten Papers ging es dann auch schon los Richtung Süden nach Guilin. Denn der Plan hat sich nun etwas geändert. In Peking sind mittlerweile Minus-Temperaturen. Um vor diesen zu „fliehen“  verbringen Verena und ich Weihnachten auf Hainan, aber Silvester mit den „Verbliebenen“ wieder in Peking. Anfang Januar wird dann eventuell noch ein Blockkurs durchgezogen, bevor es dann Mitte Januar mit Nico und Verena auf geht nach Hongkong, Bangkok und noch etwas durch Thailand. Ende Januar fliege ich dann noch mal über Beijing endgültig nach Hause. 

Sonntag, 8. Dezember 2013

Besuch aus Deutschland

Für eine Woche besuchte mich meine älteste Schwester Chris. Bis auf einen Tag den ich komplett wegen einer Präsentation/einem Paper in meinem Zimmer verbrachte, zog ich mit ihr das volle Sightseeing-Programm durch: Am ersten Tag fuhren wir zum Tiananmen und der Wangfujing. Den zweiten verbrachten wir in der Verbotenen Stadt, auf dem Kohlehügel und im Beihai Park. Den dritten Tag fuhr Chris zum Sommerpalast und umrundete den Kungming See. Am vierten Tag spazierten wir mit Verena an den Hintere Seen und durch die Hutongs. Abends lernte meine Schwester bei einem Kinobesuch dann auch mal Pingyong kennen. Als wir uns am fünften Tag den Lama und Konfuzius Tempel anschauten, war auf einmal ein Großaufgebot an Polizei, Militär und Security im Einsatz. Hier kommt wohl ein VIP dachten wir uns.  Auf dem Weg zur U-Bahn passierte uns dann ein Autoconvey mit amerikanischen Flaggen. Später fanden wir heraus, dass der US-Vize Biden zu Besuch war. Abends gingen wir dann noch in gemütlicher Runde Peking-Ente essen. Am sechsten Tag fuhren Chris und ich mit dem Zug zur Great Wall in Badaling und aßen zurück in Beijing in einem kleinen Restaurant in der Ghost Street.


Durch die Bank hatten wir die sechs Tage echt tolles Wetter, d.h. kaum Smog, blauer Himmel und Sonne. Am siebten Tag, den wir eher gemütlicher angingen, erlebte Chris dann jedoch noch mal das versmokte Beijing. Insgesamt hat es meiner Schwester hier gut gefallen. Ihre Abneigung gegenüber manchen Sachen wie z.B. dem Rumrotzen und Drängeln der Chinesen kann ich aber durchaus nachvollziehen. Wir haben außerdem kulinarisch einiges ausprobiert bzw. habe ich Chris natürlich unsere Lieblings-Lokalitäten auf und um den Campus gezeigt. Am leckersten fand sie Jaozi und Erdnuss-Nudeln. Heute Morgen habe ich Chris dann mit der U-Bahn zum Flughafen-Train gebracht und nun steht eine Woche mit sehr viel Uni-Zeug vor der Tür (Präsentation, 2 Paper, Klausurvorbereitungen). Und dann bleibt ja auch nicht mehr allzu viel Zeit bis mein Flug zurück nach Deutschland geht. Davor ist eventuell noch ein kurzer Hongkong-Trip mit Verena geplant. Die Vorfreude auf Deutschland steigt zwar immer mehr, auf der anderen Seite bin ich aber auch ein wenig traurig, dass diese aufregende Zeit hier bald zu Ende geht…







Shanghai

Ein paar Tage krank im Bett, ein bisschen Uni und schon stand der nächste Kurztrip vor der Tür. Nora, Julian, Stephan und ich flogen für 4 Tage nach Shanghai um unsere ASBE-Kollegen aus Paderborn zu besuchen. Insgesamt machten wir eine bunte Mischung aus Sightseeing und gemütlichen Beisammen sein. U.a. bummelten wir durch das französische  Viertel, schauten uns den Heiratsmarkt an, genossen bei einem Cocktail in der Vue Bar im 28 Stock und im Le Meridien im 65 Stock den Blick auf die Skyline. Wir machten ein Fotoshooting am Bund und fuhren außerdem 1,5 Stunden mit dem Bus in ein kleines, idyllisches Dörfchen namens Zhujiajiao. Dort bummelten wir durch die Gässchen und shoppten etwas Souvenirs.

Wie schon erwartet viel uns auf, dass es in Shanghai viel westlicher als in Beijing zugeht. Man braucht quasi kein Chinesisch und so viele Deutsche habe ich seit dem Botschaftsabend schon nicht mehr gesehen.  Und obwohl es ja in Shanghai eigentlich wärmer ist als in Beijing, haben wir zumindest die ersten Tage etwas gefroren. Zitat Nora:" Ich hätte auch nicht gedacht, dass ich mir ausgerechnet in Shanghai Mütze und Handschuhe kaufe."  In der WG der Paderborner gab es (ganz Shanghai-typisch) auch keine richtige Heizung, sondern lediglich Lüfter. 

Am letzten Tag machten wir dann noch alle zusammen eine Tour u.a. durch das jüdische Viertel und schauten uns ein Tiermarkt an, wo Chinesen eifrig Grillen für die Grillenkämpfe auswählten.  Nach einem gemeinsamen Essen in der Shanghai Brewery machten wir uns dann wieder auf den Weg nach Beijing. Wir kamen Samstagnacht "zu Hause" an und am Sonntagmorgen landete dann auch schon mein Besuch aus Deutschland, meine älteste Schwester Chris.