Helens
Zurück in Peking stellten wir
fest, dass während unserer Abwesenheit noch so einige Leute aus ganz
Deutschland angereist waren, die auch schon ausgiebig das Beijinger Nachtleben
getestet hatten. Als es einen Abend auf ein Bier in eine Kneipe nahe der Uni
ging, schloss ich mich spontan an. Das Helens ist wie es scheint der
beliebteste Treffpunkt der chinesischen Studenten nahe dem Campus. Gerade
deshalb war zunächst auch kein Platz für uns frei. Doch schnell wurde ich
belehrt „das dauert aber nicht mehr lange. Wir haben schon relativ spät und so viel
vertragen die Chinesen nicht“. Und genauso kam es auch. Nach einem Bier vom
Kiosk bekamen wir einen Tisch. Das „Ambiente“: Sehr laute Musik (Charts, Hip
Hop, Latino Rythmen), bekritzelte Wände, verrauchte Luft und auf jedem Tisch
mindestens eine Biersäule. Da schlossen wir uns an. In so eine Säule passen 3
Liter für 60 Yuan (7,50 Euro). Und wenn man nach chinesischem Vorbild trinkt
heißt das nicht Prost sondern Gangbei, also anstoßen und exen. Hört sich jetzt
so schlimm an, aber die Gläser sind relativ klein und das Bier ist viel
wässeriger als in Deutschland. Jedoch waren relativ viele Chinesen zu
beobachten, die einfach zu viel getrunken hatten und von ihren Freunden quasi
rausgeschleppt wurden. Das war dann der Einsatz unseres Biermasters, der die
meist erst halb leeren Säulen der Chinesen abgriff, sodass wir den Großteil des
Abends umsonst tranken ;-) Natürlich kam auch der Austausch mit den Chinesen
auf Englisch, Chinesisch und mit Hilfe von diversen Übersetzungsapps nicht zu
kurz. Allgemein sind die Chinesen sehr offen und freuen sich wenn sie auf Deutsche
treffen. Zudem wird uns immer erzählt wie hübsch wir seien. Unser Versuch eine letzte
Säule zu ordern scheiterte und dann ging auch schon die Musik aus. Aha… um 2
Uhr ist eigentlich Schluss... Störte die Übriggebliebenen jedoch wenig. Dann
werden halt selbst Liedchen angestimmt. Es ging noch mindestens bis um 3 weiter…
Oktoberfest & Wudaokou
Am nächsten Abend ging es
gleich weiter, denn in Peking war Oktoberfest. Wir waren uns alle sicher „Aber
nur eine Maß und dann nach Hause“. Das hat natürlich eher weniger gut geklappt
;-) Irgendwie fand ich das Ganze ziemlich skurril… Zwei riesige Zelte mit
Bühnen, auf denen abwechselnd mal eine deutsche, mal eine chinesische Band
spielte, Chinesen die Sauerkraut und Händl ordern, einige westliche Gesichter,
sogar mal ne Lederhose oder nen Dirndl. Deutsches Bier war es jedoch trotzdem
nicht und die Preise (eine Maß für 60 Yuan) auch relativ teuer. Zwischendurch wurde
immer wieder Ein Prosit angestimmt, jedoch mit dem Ende „yi, er, san (1,2,3) Gangbei“.
Aber mit ner Maß wurde dann doch kein Gangbei gemacht, sondern mit zou yi ge (einen
Schluck nehmen) angestoßen. Irgendwann war hier dann aber auch Schluss und
jetzt nach Hause… nee… ab geht´s nach Wudaokou!!! Dort gibt es einige Clubs, die z.T. ziemlich überfüllt sind und uns je nach Laune
mal umsonst oder für 100 Yuan einlassen möchten. Aber ich war ja schon froh,
dass wir überhaupt irgendwann dort angekommen sind ;-) Egal ob Taxifahrer die
ihren Gast mit dem Schraubenzieher verfolgen, durchgedrehte zugekokste
Businessmänner oder ein Chinesen der sehr gut deutsch spricht, weil er in Bielefeld promoviert. Wir haben hier jetzt
schon so viel verrückte Sachen oder Zufälle erlebt. Ich bin gespannt was da
noch kommt ;-) … Eins steht fest: Die aufgetakelten asiatischen Mädels
schmeißen sich förmlich an die deutschen Jungs ran. Das finden die Chinesen
wiederum nicht so lustig^^…
Mid-autumn Festival
Das Mondfest oder Mittherbstfest wird in Asien am
15. Tag des 8. Mondmonats nach dem traditionellen chinesischen Kalender
begangen. Kaum hatte die Uni angefangen, war also auch schon wieder frei. Da die
anderen Deutschen in Pingyao bzw. in Shanghai weilten und die Mädels aus
Paderborn Besuch aus der Heimat hatten, zog ich mit den Paderborner Jungs
alleine los. Eigentlich wollten wir zu irgendeiner traditionellen Festlichkeit,
stellten aber bald fest, dass die meisten schon um 9 Uhr abends enden. Also
entschlossen wir uns nur noch auf ein Bier in eine der Bars nahe der Uni zu
gehen. Schon nach einer Weile gesellten sich erst schüchtern, dann immer
offensiver einige Chinesen zu uns. Ein Mädel kam zunächst zu mir, um einfach
kurz mit mir anzustoßen, traute sich aber später dann doch ein Gespräch mit mir
anzufangen. Leider ging dieses wieder mal nur darum wie hübsch wir wären und
dass sie so hässlich sei. Auch deshalb
wurden natürlich wieder ausgiebig Fotos geschossen. Zudem gesellte sich ein chinesisches
Basketballteam (ja, es gibt auch Chinesen über 1,90m) zu uns. Irgendjemand
besorgte sogar extra Mohnkuchen, der traditionell am Mondfest gegessen wird.
Meiner war zwar nur aus dem Supermarkt, schmeckte aber im Vergleich zu den
Beschreibungen die ich bisher so erhalten habe relativ gut. Nach einer gewissen
Zeit und zu viel Bier entschieden wir uns dann den Heimweg anzutreten,
denn auf die Dauer werden die englisch/chinesischen Verständigungsversuche und
die dauerhaften Komplimente echt anstrengend. Obwohl wir es natürlich toll
finden, dass die Chinesen uns gegenüber so offen sind. Am nächsten Morgen folgt
dann das böse Erwachen in Form von zu vielen neuen WeChat Kontakten (wird
neben Queque in China als WhatsApp und Facebook Ersatz benutzt). Ist aber auch
so einfach wenn man nur schnell einen Code scannen muss...
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Natürlich gibt es in Beijing auch was das Nachtleben angeht noch viel
mehr zu entdecken. Beispielsweise Sanlitun, ein anderes Viertel mit Kneipen und
einige Clubs, darunter auch der angebliche "In-Club" hier. Mit der
U-Bahn sind wir jedoch fast eine Stunde bis dahin unterwegs. Außerdem ist
dieses Viertel eher auf die Westler ausgelegt, dementsprechend teuer. Wir
Mädels waren neulich schon mal dort zum shoppen und haben uns mit Fake-Schuhen,
englischen Büchern, Filmen, sowie Lebensmitteln eingedeckt. Besonders letztere
sind jedoch ziemlich teuer. Meine absolute Eroberung war endlich mal wieder
Wasser mit Kohlensäure.^^ Aber 16 Euro war mir die Flasche Freixenet
dann doch nicht wert. Dann lieber deutsche Schokolade ;-)
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| Lieblingsregal :-) |
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