Nach Pingyao fuhren wir mit
dem Zug in einem Softsleeperabteil. Mit dem wenigen Schlaf und ihrem
geschwollenem Auge stand Frauke angesichts des unappetitlichen Zustands des Zuges
und des schnarchenden Chinesen in unserem Abteil quasi am Rande eines
Nervenzusammenbruchs. Heute kann sie zum Glück wieder darüber lachen ;-). Außerdem
dröhnte auf einmal permanent chinesische Musik, Werbung etc. aus einem
Lautsprecher, dessen Lautstärkenregler wir erst nach 2 Stunden aufgrund der
Verständigung (mit Händen und Füßen) mit einer netten Schaffnerin fanden. Aber
dann nutzen wir die „Ruhe“ um etwas zu nappen und trauten uns sogar auf die
„Toilette“ (man pinkelt quasi direkt auf die Schiene). Während der Fahrt viel
uns auf, dass es draußen teilweise ähnlich wie in Deutschland aussah, was wohl
an den vielen Maisfeldern lag. Nach 8 Stunden hatten wir dann endlich unser
Ziel erreicht und auch hier schafften wir es dann irgendwie in unser 4-Sterne
Hotel (nicht mit dem Standard in Dt. zu vergleichen!) in der Altstadt zu
gelangen.
Insgesamt ist Pingyao sehr schön, kleine Gassen, aber sehr auf
Tourismus ausgelegt und dementsprechend für chinesische Verhältnisse teuer. Es
ist einer der seltenen Orte in China, die eine geschlossene mittelalterliche
Altstadt bewahrt haben und diese bewusst pflegen. Entlang der Gassen gibt es
sehr viele Stände und Läden, aber auch Tempel, Museen, alte Bankhäuser etc. die
man sich anschauen kann. Zudem ist die Altstadt von einer noch vollständigen
Stadtmauer mit zahlreichen Türmen umgeben, auf der wir entlang liefen. Wir
haben außerdem die Altstadt verlassen und uns einen Markt angeschaut, auf dem
dann auch wieder „normale“ Preise galten. Außerdem gönnte ich mir eine 45
minütige Ganzkörpermassage für umgerechnet knapp 4 Euro.
Als wir im Hotel schon
ausgecheckt hatten machte ich dann Bekanntschaft mit einer chinesischen Toilette
wo es immerhin noch Abtrennungen, aber keine Türen gibt. Trotzdem noch ganz
entspannt wollten wir dann weiter nach Xi‘an. Dazu hatten wir Bustickets im
Hotel bestellt und auch schon bezahlt. Jedoch bekamen wir diese nicht wie
gedacht, sondern wurden von einem „Taxi“ an einer Bushaltestelle irgendwo im
nirgendwo an einer Mautstation ausgesetzt. Ohne Tickets, ohne Plan welchen Bus
wir nehmen müssen… Irgendwann kam zum Glück ein Bus und sammelte uns hektisch
ein. Wir fuhren dann 6 Stunden (dieses Mal nicht im Kühlhaus sondern in der
Sauna) weiter zu unserer letzten Station der Reise: Xi´an…
Mit den Figuren auf der Stadtmauer mussten wir dann einfach mal etwas Quatsch machen... ;-)
| Chinesisches Brautpaar bei dem aufwendigen Fotoshooting für das traditionelle Hochzeitsalbum (ganztägig mit mehrmaligen Outfitwechsel) |
Innenhof unseres Hotels christliche Kirche in Pingyao
| lost irgendwo im nirgendwo an einer Bushaltestelle... |
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